Auszug aus der Fachzeitschrift    "BUS-GUIDE  Spezial" J 8707    Seite 48/49/50/52

Neuester Stand der Sicherheitstechnik

 

in der Firma Lieblang Dienstleistungsgruppe, Markircher Straße 17a, 68229 Mannheim "Systemtechnische Verbindung dreier Häuser - Entfernung voneinander ca. 20 km", Planung und Ausführung: W. Dietz, R. Müller, von derFirma Dietz Elektro-Service GmbH in 68309 Mannheim.

Die Mannheimer Firma Lieblang Dienstleistungsgruppe GmbH trat an die Firma Dietz Elektro-Service GmbH mit dem Wunsch heran, die Technik des Hauptgebäudes und zweier Niederlassungen auf den neuesten Stand der Sicherheitstechnik zu bringen. Gleichzeitig sollten das System flexibel, die Daten jederzeit abruf- und protokollierbar und die Kosten so gering wie möglich sein - Anforderungen, die mit EIB inkl. Visualisierung und ISDN-Gateway unproblematisch gelöst werden konnten. Außerdem zeigt sich in diesem Projekt ein Vorteil des EIB-Systems besonders deutlich: Geräte unterschiedlicher Hersteller kommunizieren ohne Probleme miteinander.

Die Lösung
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Das Hauptgebäude in Mannheim-Friedrichsfeld und zwei Niederlassungen (Haus Wildentenweg und Haus Belchenstraße) sind über ISDN-Gateways miteinander verknüpft. Im Hauptgebäude wurde eine Sicherheitszentrale installiert, die rund um die Uhr besetzt ist. Von hieraus sind jederzeit Daten abrufbar und im Notfall können sofort geeignete Maßnahmen eingeleitet werden.

Installation Haus Wildentenweg
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Im Haus Wildentenweg gewährleisten zwei Linien mit 76 Teilnehmern komfortable und bei konventioneller Elektroinstallation mit nicht vertretbarem Aufwand verbundene Funktionen. So werden z.B. die Beleuchtung und die Markisen - unter Einbe-
ziehung von Wind- und Lichtsensoren - über den EIB gesteuert. Die Regelung der Elektroheizung erfolgt über Eib-Einzel-
raumthermostate; über eine funkuhrgesteuerte (DCF 77-Signal) Zeitsteuerung wird eine Nachtabsenkung der Raumtemperatur vorgenommen. Die gesamte Außenbeleuchtung wird mittels Dämmerungsschaltung geschaltet, zur Steuerung der Terrassen- und Balkonbeleuchtung sind zusätzlich Bewegungsmelder installiert, die auch in die Alarmanlage integriert sind - tagsüber schalten die Melder das Licht, wird das Gebäude nicht genutzt, führt (unbefugtes) Betreten zur Alarmmeldung. Die Bereg-
nungsanlage ist ebenfalls in das EIB-System integriert. Ihr Beispiel zeigt, wie vielfältig die Verknüpfungsmöglichkeiten von Sensoren und Aktoren sind. Die aus dem hauseigenen See gespeiste Anlage wird mittels Feuchtefühler, Dämmerungsschaltung und Zeitschaltuhr gesteuert. Zusätzlich ist sie über die Visualisierung in der Zentrale schaltbar - eine Vielfalt, die bei konven-
tioneller Installation einen sehr viel höheren Aufwand bedeutet hätte. Funktionsmeldung und -überwachung der nachfolgend aufgelisteten Elektrogeräte und -systeme ist im Hauptgebäude per Visualisierung möglich:


Das Hauptgebäude der Lieblang Dienstleistungsgruppe in Mannheim Markircher Straße

 

- Warmwasserboiler,
- Niedertariffreigabe (EVU),
- Elektroheizungs-Wahlschalter, per
   Hand oder automatisch,
- Sauna,
- Überspannungsschutz,
- Ladeschütz der Elektroheizung,
- Gartenbeleuchtung,
- Dämmerungsschalter,
- Gartenbewässerung,
- Temperatur und Heizung des Whirpools.

Forderungen:
Flexible, überwachbare und kostensparende Verknüpfung entfernter Gebäude auf dem neuesten Stand der Sicherheitstechnik

Lösung:
Verknüpfung und Kommunikation der in allen Gebäuden installierten EIB-Systeme mit dem Hauptgebäude über ISDN ermöglicht jederzeitigen Abruf aller Daten und - wenn nötig - schnelles Eingreifen


Die Alarmanlage beinhaltet Magnet- und Glasbruchsensoren für die Fenster, einen Überfalltaster (Panikschalter), eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV), die durch Zusatzbatterien gesichert ist, Türschließkontakte und ein Info-Display zur Kontrolle der Fenster und Türen vor Ort. Die Magnetkontakte der Türen sind zusätzlich mit der Heizungssteuerung verknüpft. Bei offenen Türen werden die Lüftermotoren im betreffenden Raum abgeschaltet, so daß nicht unnütz Energie verschwendet wird. Bei Auslösen eines Einbruchalarms werden sämtliche Außenleuchten und Sirenen eingeschaltet und der Alarm wird über das ISDN-Gate-way an die Zentrale gemeldet.

Installation Haus
Belchenstraße
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Auch hier kann das elektrische System entweder automatisch oder manuell im Haus selbst gesteuert werden. Außerdem ist ein Eingriff von der Sicherheitszentrale im Hauptgebäude aus - wiederum über Visualisierungssoftware und ISDN-Gateway - möglich. Alle mit Busankoppler versehenen Teilnehmer sind im Hauptgebäude visualisiert, ihr Zustand ist zusätzlich im Haus selbst auf Displays sichtbar. Dazu reichte eine Linie mit 64 Teilnehmern aus. Die Beleuchtungssteuerung sorgt für automatisches Abdimmen der Flurbeleuchtung bei ausreichender Helligkeit. Zusätzlich befinden sich an jedem der hier vorhandenen Krankenbetten Bewegungsmelder, so daß bei Bewegung automatisch die Nachtbeleuchtung aktiviert wird. Die Rolladen-
steuerung erfolgt über Einzel- und Gesamtschalter für alle Rolläden des Hauses, gleiches gilt für die Markisen, die zusätzlich über eine Wind- und Sonnenautomatik verfahren werden können. Um ungewolltes Aussperren der Bewohner zu vermeiden, ist die Terrassentür mit einem Magnetkontakt gesichert, der ebenalls im EIB-System eingebunden wurde. Für die Heizung im Bad wurde ein Überbrückungsschalter installiert, so daß hier auch im Sommer, wenn die sonstige Gebäudeheizung deaktiviert ist, geheizt werden kann. Aktivierung der Überfalltaster/Panikschalter auf der Terrasse und in der Sauna wird über das Gateway an das Hauptgebäude gemeldet. Die Steuerung der Außenbeleuchtung erfolgt analog zum Haus Wildentenweg über funkuhrge-
steuerte Freigabe des Dämmerungsschalters und in die Alarmanlage integrierte Bewegungsmelder.
Die Gartenbewässerungsanlage wird automatisch über Feuchtefühler, Dämmerungsschalter und Zeitschaltuhr aktiviert. Magnetventile zur getrennten Bewässerung des vorderen und hinteren Gartens sorgen dabei für gleichbleibenden Wasserdruck.
Funktionsmeldungen und -überwachungen der Elektrogeräte werden auch hier über Gateway ans Hauptgebäude vermittelt und dort visualisiert.

Im einzelnen:

- Abwasser-Hebeanlage,
- Heizungsschalter,
- Markisen- und Rolladen-Hauptschalter,
- Frostwarnung der Rohrbegleitheizung,
- Überspannungsschutz,
- Steuerung des Garagentores - Blockierung des Öffnens oder Schließens, wenn ein Pkw
   vor dem Tor steht,
- Gartenbeleuchtung und -bewässerung,
- Wasserhahn geschlossen,
- Überfalltaster im Obergeschoß,
- Umwälzpumpe, Entfeuchtung, Jet-Stream Lawasin und pH-Wert im Schwimmbad
   (der pH-Wert wird zur Kontrolle der Vorratsbehälter mittels kapazitiver Sensoren
   und Binäreingang direkt auf den EIB geschaltet),
- Wasser-Niveau, Lawasin und pH-Wert (wie oben) des Whirlpools

Installation im
Hauptgebäude
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Handelte es sich beiden vorher beschriebenen Objekten quasi um Einfamilienhäuser, besteht die Unternehmenszentrale aus einem Alt- und einem Neubautrakt mit insgesamt 1.000 qm Büro-, etwa gleich großer Lager- und ca. 800 qm Nebennutz-
fläche. Entsprechend der größeren Fläche wurden hier insgesamt vier Linien mit 209 Teilnehmern installiert. Beide Installationen (Alt- und Neubau) sind komplett visualisiert.
Da der Energieverbrauch des Hauptgebäudes sehr viel höher ist, als in den „Filialen" - u.a. wegen der Klimaanlage im EDV-Raum, einer gewerblichen Spülmaschine (60 kW Anschlußwert) und der Küche (ca. 120 kW Gesamtanschlußwert) - wurde von der Firma Dietz Elektro-Service GmbH ein Lastmanagement- und Lastanalyse-Programm implementiert (s. dazu auch BUS 1/96).
Im Altbau werden die Außenjalousien getrennt nach den Himmelsrichtungen Ost und West über eine Wind- und Sonnen-
automatik sowie über Einzel- und Zentralschalter gesteuert. Analog zum Vorgehen in den Nebengebäuden werden auch hier die Zustände von Verbrauchern und Geräten gemeldet und visualisiert. In der Hauptsache sind dies im Altbau:

- Abwasser-Hebeanlage,
- Heizungsschalter,
- Überspannungsschutz,
- Außenbeleuchtung,
- Schaltuhr,
- Dämmerungsschalter

Im Neubau befindet sich u.a. der Konferenzraum mit angeschlossenem Nebenraum des Unternehmens. Hier können Leuchtstofflampen und Niedervolt-Halogen-Strahler innerhalb programmierter Lichtszenen per Fernbedienung gesteuert werden. Gleiches gilt für die Vertikal-Stores, die Leinwand und die Musikanlage. Die Leucht-Stofflampen werden z.B. automatisch abgeschaltet, wenn die NV-Strahler auf einen voreingestellten Wert gedimmt werden, gleichzeitig fährt dann die Leinwand aus und die Vertikalstores werden geschlossen. Auf Knopfdruck ist der automatische Ablauf ebenso umgekehrt möglich. Wird die Schiebetür zwischen Konferenz- und Nebenraum geöffnet, bilden beide Räume eine elektrische Einheit, d.h. die für den Konferenzraum geschilderten Steuerungsmöglichkeiten stehen dann auch im Nebenraum zur Verfügung. Wird die Tür geschlossen, ist die einheitliche Steuerung wieder aufgehoben. Mittels EIB wird auch das Rolltor der Einfahrt über Sensoren und Aktoren von der Sicherheitszentrale aus überwacht und verfahren. Nach Auskunft von WBB wurde dadurch eine erhebliche Einsparung von eitungen und Verdrahtungen erreicht. Eine zentrale Abschaltung der Stromversorgung des gegenüberliegenden Lagergebäudes stellte dank EIB ebenfalls kein Problem dar. Die Beleuchtung der Halle und des Lagerplatzes ist mit konventionellen Tastern ausgestattet, die über ein Kombigerät in den EIB integriert sind.
In den Büros findet man ebenfalls Kombigeräte. Die Leuchten mit elektronischen Vorschaltgeräten wurden mit Stecksätzen ausgerüstet, wodurch wiederum Montagezeit und Verdrahtungsaufwand reduziert werden konnten. Die verbrauchernahe Anordnung führte zu kurzen Leitungswegen. Visualisiert/Gemeldet werden hier die Zustände folgender Geräte:

- Personenaufzug,
- Lastaufzug,
- Heizung (Not-AUS),
- Motorschutz der Lüftung in den Toiletten,
- Motorschutz des sich ständig auf dem Dach drehenden Firmenlogos,
- Spannung des Rolltors,
- Außenjalousiesteuerung, getrennt nach Ost und West

Fazit
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Die komfortable, interaktive Anlage, die insgesamt drei voneinander entfernte Gebäude zusammenfaßt, wäre schon bei den einzelnen Gebäuden in konventioneller Elektroinstallation an deren Grenzen gestoßen. Ein wie hier geschildertes Zusammenspiel mit der Möglichkeit der Fernvisualisierung und des Fernwirkens ist ein Musterbeispiel für gelungene Systemtechnik mit EIB.


Schematische Darstellung der Verknüpfungen zwischen
den Nebengebäuden und der Zentrale.