Allgemeine Information
Grundlagen des Energie- & Lastmanagements

- Angaben ohne Gewähr -


1.    Elektrische Energiekosten

Die Kosten für die Bereitstellung der elektrischen Energie setzen sich aus zwei Einzelkomponenten zusammen:

-  dem Arbeitspreis, der für den Verbrauch elektrischer Energie (in kWh) zu entrichten ist
-  dem Leistungspreis, der aus den höchsten, kurzfristigen Leistungsspitzen (in KW) eines Jahres ermittelt wird.


1.1    Arbeitspreis

Da bei der Herstellung eines Produktes eine bestimmte Menge an elektrischer Energie benötigt wird, liegt der Einspareffekt nur an den verwendeten Produktionsmitteln. So kann durch Verbesserung der Wärmedämmung, Verringerung der Übertragungsverluste sowie durch sofortiges Abschalten des Verbrauchers bei Erreichen der Betriebstemperatur ein Einspareffekt erzielt werden.

1.2    Leistungsspitzen nach Maximumtarif

Bei der Ermittlung der Leistungsspitzen durch die Energieversorgungsunternehmen (EVU) wird in der Regel ein Mittelwert der verbrauchten Leistung (in KW) über 15 Min. gebildet und gespeichert. Der Mittelwert aus den 2 - 3 höchsten Spitzen im Jahr wird zur Verrechnung herangezogen. Diese Leistungsspitze kostet dann ca. 200 - 300 DM
pro KW im Jahr. Da der Preis für diese Spitzenleistung sehr unterschiedlich sein kann, sollte man sich bei den EVU's über den genauen Preis informieren. Es liegt jedoch auf der Hand, daß eine möglichst gleichmäßige Auslastung im Interesse eines jeden Betriebes liegt, da schon zwei "Ausreißer" zu einer Erhöhung des Leistungspreises führen.

Durch sparsame Geräte können hier nur begrenzt Kosten gespart werden.
Energieoptimierungssysteme bringen jedoch Einsparungen bis zu 40 %.

1.3    Leistungsspitze nach Zonentarif

Bei der Berechnung des Benutzungsstundenrabattes wird eine kontinuierliche Messung der Leistungsspitze durch das EVU vorgenommen. Dieser Tarif ist für Betriebe mit einer geringeren Auslastung von bis zu 2.500 Benutzerstunden gedacht. Bei solchen Betrieben ist der Einsatz von Energieoptimierungssystemen nicht immer rentabel, wenn über einen längeren Zeitraum keine Erhöhung der Benutzungsstunden auf über 2.500 Stunden erwartet wird. Sollte dies aber der Fall sein, so ist ein Umsteigen auf den Maximaltarif durchaus sinnvoll, und damit ein Ersatz eines Energieoptimierungs-
systems wieder rentabel.

 

2     Methoden des Lastspitzenabbaues

 2.1    Allgemein

Ein wichtiger Grund für den Einsatz von Anlagen zum Abbau von Leistungsspitzen kann sein, daß ihnen vom EVU
nur ein begrenzter Anschlußwert, bedingt durch die Dimension der vorhandenen Trafostation, Kabelquerschnitte, Absicherung etc., zur Verfügung steht. Dies kann der Fall sein, wenn sich die Produktionsstätte

-  in einer vorsorgungsmäßig abgelegenen Lage oder einer noch nicht ausreichend
   erschlossenen Gegend befindet (z.B. Inseln, Bergdörfer, alte Industriegebiete)
-  bei kurzzeitigen oder behelfsmäßig verlegten Anschlüssen mit geringen Kabel-
   querschnitten (z.B. Festzelte, Zeltlager, Verpflegungsstände usw.)

Als zweiten ausschlaggebenden Grund ist die Senkung der Betriebskosten anzusprechen, die nur moderne Energie-
begrenzungsanlagen ermöglichen. Darüber hinaus wird das Netz unter Verwendung einer derartigen Anlage merklich beruhigt. Zudem werden den EVU's damit auch kalkulierbare Verbrauchsgrößen zur Verfügung gestellt.

Um dies zu erreichen, stehen grundsätzlich zwei Methoden zur Verfügung:

1. der Einbau einer Lastabwurfanlage
2. der Einbau einer Energieverteilungsanlage

 

2.2    Lastabwurfanlage

Das Prinzip einer Lastabwurfanlage basiert in der Regel auf dem kompletten Abschalten bestimmter Verbraucher bei Erreichen eines fest eingestellten Maximalwertes des Energiebedarfs aufgrund einer eingetragenen, hierarchisch ge-
ordneten Abwurfliste. Bei Erreichen dieses Wertes werden die Verbraucher nach dieser Liste solange abgeschaltet, bis der fest eingestellte Energiegrenzwert unterschritten wird. Eine Beeinträchtigung des Produktionsablaufes ist somit nicht auszuschließen, ja sogar unvermeidlich.

 

 2.3   Energieverteilungsanlage

Die Arbeitsweise einer Energieverteilungsanlage unterscheidet sich in wesentlichen Punkten von dem Prinzip der Last-
abwurfanlage. Auch hier ist zwar ein fest eingestellter Energiegrenzwert vorgegeben, die Energieverteilungsanlagen versuchen aber durch geschickte Umverteilung der Verbraucher beim Zuteilen der Energie diesen Maximalwert nicht zu überschreiten. Selbstverständlich muß diese Energiezuteilung zyklisch über alle angeschlossenen Verbraucher erfolgen und abgeschaltete Verbraucher nach feststehenden Zeitintervallen wieder bestromt werden, um Beeinträchtigungen, wie z.B. bei thermischen Verbrauchern Temperaturverluste, zu vermeiden.

Wesentlich intelligentere Energieverteilungsanlagen sind in der Lage sich den optimal angepaßten Grenzwert für den momentanen Betriebszustand selbst zu ermitteln und sich auf diesen einzustellen.
Der zu diesem gleitenden Grenzwert zusätzlich angegebene maximale Verbrauchswert wird von den angeschlossenen abschaltbaren Verbrauchern auch in Hochlastsituationen nicht überschritten.