Mannheimer Unternehmen erhielt begehrten
EIBA-Preis": Mit Spannung erwartet wurde während der diesjährigen Hannover
Messe die Verleihung des alle zwei Jahre ausgeschriebenen EIBA-
Awards" für die kreativste und komplexeste EIB-Installation. Gewonnen hat ihn der
Mannheimer Fachhandwerksbetrieb Dietz Elektro-Service für
die Realisierung eines außergewöhnlichen EIB-
Projektes.

Farbenfroh: Der Haupteingang des
Zentralinstitut für Seelische
Gesundheit in Mannheim.
Geschäftsführer Wolfgang Dietz
- Mitglied des neu gegründeten EIB-User-Club-Deutschland - und Abteilungsleiter Rudi
Müller gehören zu den innovativen Köpfen der Branche. Als vor rund zehn Jahren SPS, die
speicherprogrammierte Steuerung für Maschinen auf den Markt kam, gehörten sie zu den
ersten Verarbeitern. Auch mit der neuen Gebäudesystemtechnik beschäftigen sie sich seit
ihren Anfängen zu Beginn der 90er Jahre. Das erste große EIB-Projekt für ein
ortsansässiges Verwaltungsgebäude konnte schon 1993 erfolgreich realisiert werden.
Mittlerweile hat das 20 Mitarbeiter große Unternehmen mit dem klassischen
Schlitze-Fräsen" und dem Geschoßwohungsbau nichts mehr zu tun.
Arbeitsschwerpunkt ist die Gebäudeautomation - vom Privathaus bis zu aufwendigen
Projekten wie dem Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, für dessen Realisierung der
Preis vergeben wurde.

Auch die Heizungssteuerung wird über eine Daten-
schnittstelle mit dem Gesamtsystem verbunden.
Bereits seit 1993 wird die über 20
Jahre alte Psychiatrische Klinik in Mannheim schrittweise saniert. Zu Beginn stand die
Sicherheit der Ärzte und Pfleger im Mittelpunkt. Gesucht wurde nach einem Alarmsystem mit
Visualisierungsmöglichkeit.
Weil Therapie- und Wirtschaftsgebäude weitverzweigt sind und dementsprechend mehrere
Kilometer Stromkabel in den Kabel-
schächten lagen, verzichteten die Verantwortlichen aus Gründen des Brandschutzes auf
konventionelle Technik.
Der Instabus hielt Einzug in das alte Gebäude. Mittlerweile ist dort ein
Automatisierungsgrad von 30 Prozent erreicht worden.
Über eine Visualisierungssoftware, die auf dem PC in der Pförtnerloge installiert ist,
kann jederzeit der Gebäudezustand abgerufen werden.
Altbau-Installation
Angriffe gewalttätiger oder
verstörter Patienten auf Ärzte und Pflegepersonal gehören in der Klinik zwar nicht zum
Alltag, kommen aber gelegentlich vor. Um die Mitarbeiter möglichst schnell unterstützen
zu können, wurden in den Untersuchungsräumen für die Notaufnahmen konventionelle
Tischtaster unter den Schreibtischen montiert.
Werden diese betätigt, wird der betreffende Raum mittels Grundrißplan auf dem
Visualisierungs-PC farbig markiert und mittels Opto-Koppler werden die Notrufpiepser des
Bereitschaftspersonals angesteuert.
Zum Alarmsystem kam ein Patienten-Notruf in WCs und Sanitärräumen, dessen Alarm optisch
durch eine Sirene gemeldet wird. Gleichzeitig wird er im Dienstzimmer der entsprechenden
Station durch eine LED im EIB-Tableau angezeigt. Die Hupe kann durch einen neben der LED
liegenden Quittierungstaster abgeschaltet werden. Bis der Grobhand-Taster entriegelt ist,
bleibt die optische Meldung bestehen. Um den VDE-Vorschriften zu genügen, wurde vor die
Spannungsversorgung der EIB-Linie ein Trenntransformator installiert.
Über das EIB-Tableau läßt sich auch die Spannungsversorgung von Steckdosen und
konventionellen Schaltern abschalten. Als besonders effizient erwies sich dies in den
Zimmern der Kinderstation, da der dort untergebrachte Nachwuchs in regelmäßigen
Abständen Klebstoff in die Schlüsselschalter zur Abschaltung schmierte und sie damit
unbrauchbar machte.
In das Sicherheitskonzept einbezogen wurden auch die Fahrstühle des Altbaus. Auf dem
Visualisierungs-PC ist jederzeit erkennbar, in welcher Etage sich diese befinden, ob
Türen offen stehen oder geschlossen sind, ob Betriebsstörungen, Visuelle und akustische
Signale informieren über potentielle Störungen.
Permanent überwacht wird auch die Temperatur der in den Labors untergebrachten
Tiefkühltruhen, denen wertvolle Zellkulturen aufbewahrt werden. Die Meldungen werden
über Binäreingänge an den PC weitergeleitet, auf dem bei Temperaturüberschreitung
optische und akustische Alarmmeldungen erfolgen. Ausgestattet sind das Biochemische und
das Molekular-Biologische Labor darüber hinaus mit einer Einzelraumregelung. Bei
geöffneten Fenstern wird die Heizung heruntergefahren und die klimatisierte Luftzufuhr
abgeschaltet.
In das Instabus-EIB-System integriert wurde außerdem der sogenannte
Therapiegarten". Von der Pförtnerloge aus werden über je einen
Software-Taster auf dem PC die Spannungsversorgung der Steckdosen sowie - mittels
Dämmerungsschalter - die Steuerung der Gartenbeleuchtung eingeschaltet. Installiert ist
darüber hinaus eine EIB-gesteuerte Bewässerungsanlage, deren Regelung

über Schaltuhr, Regenwächter und Feuchtefühler erfolgt. Binäreingänge,
Aktoren, ein Teil der Sensoren, EIB-Dämmerungsschalter und EIB-Schaltuhren wurden vom
Gummersbacher Unternehmen Merten geliefert, mit dem Wolfgang Dietz bereits seit 1992
zusammenarbeitet.
Lastmanagement
Um als Tarifsonderkunde teure Lastüberschreitungen zu
vermeiden, entschieden sich die Verantwortlichen des Zentralinstituts für die
Installation eines Lastmanagementsystems. Ein Jahr lang wurde in den Altbau-Gebäuden der
Stromverbrauch gemessen und die angeschlossenen Verbraucher aufgelistet. Zur Übertragung
der erhobenen Meßwerte zum PC wurde die EIB-Leitung genutzt. Die Energiezähler wurden
dafür über einen Binäreingang mit S0-Schnittstelle von Merten busfähig gemacht.
Besonders zeitintensiv, so Rudi Müller, war die Zuordnung der Verbraucher in eine
Prioritätenfolge. Da sich Geräte innerhalb eines Krankenhauses nicht einfach abschalten
lassen, wurde diese in enger Zusammenarbeit mit dem Personal festgelegt. Die Verschiebung
der Lastspitzen führt im Zentralinstitut mittlerweile zu einer Kostenersparnis von
jährlich rund 100.000 Mark.
Kommt es zu unvermeidlichen Lastspitzen, wird über die PC-Software ein dieselbetriebenes
Notstromaggregat aktiviert, das laut Energieversorgungsunternehmen bis zu 20 Stunden im
Monat laufen darf, um die Leistungsspitzen abzudecken. Einen permanenten Überblick über
den aktuellen Energieverbrauch wird über den Visualisierungs-PC geboten. Sollte die
EIB-Anlage einmal gestört sein, ist die Funktionsfähigkeit durch die Parametrierung der
Aktoren sichergestellt.

High-Tech im Neubau
Während die EIB-Anlage in den beiden Altbauten über die letzten Jahre peu à peu
ausgebaut wurde und auch in Zukunft noch
weiter vorangetrieben wird, konnte die Elektroinstallation auf EIB-Basis bereits im
Planungsstadium für das neue Forschungs- und Verwaltungsgebäude einbezogen werden.
Daß man sich dieser Technik bedienen würde, war aufgrund der überaus positiven
Erfahrungen keine Frage und so wurde innerhalb des im Sommer 97 fertiggestellten
Neubaus ein Automatisierungsgrad von rund 97 Prozent erreicht.
Sämtliche Betriebszustände sind am PC in der Altbaupforte visualisiert. Der Neubau ist
damit auf dem neuesten Stand der Technik, das System flexibel, überwachbar, jederzeit
erweiterbar und kostenreduzierend.
Die gesamte Beleuchtungsanlage läßt sich auf dem PC überwachen und steuern. Aktoren
sind an der Kabelpritsche im Flur, Jalousieaktoren in den Brüstungskanälen der einzelnen
Büros und Forschungsräume montiert.
Getrennt nach Himmelsrichtungen fahren die Jalousien automatisch herunter oder bei
Windalarm hoch.
Ausgestattet ist das Gebäude mit EIB gesteuerter RWA-, Bewässerungs-, Alarm-, Abluft-
sowie Gasabschaltungsanlage, Licht-
szenensteuerung im Konferenzraum, Einzelraumregelung, Sprech- und Kameraanlage sowie
Visualisierung der Brandschutz-
klappen.
Die vom Treppenhaus erreichbare Dachluke läßt sich nicht nur über den an der Pforte
untergebrachten PC, sondern auch über einen vor Ort angebrachten EIB-Taster öffnen und
schließen. Automatisch geschlossen wird sie bei Regen über den auf dem Therapie-
gebäude installierten Regenwächter, automatisch geöffnet bei Auslösung des
Brandalarms. Der Regenwächter übernimmt gemein-
sam mit einer Zeitschaltuhr und einem Feuchtefühler auch die Regelung der auf einer
Terrasse errichteten Gartenanlage.
Damit kein Unbefugter das Gebäude betritt oder verläßt, werden sämtliche, mit Fenstern
ausgestatteten Räume des Kellerge-
schosses durch eine EIB gesteuerte Alarmanlage überwacht.
Akustische Glasbruchmelder an der Decke und Magnetkontakte an den Fenstern schützen die
Kellerräume. Über Riegelkontakte im Schließblech der Raumtüren wird die Alarmanlage
ein- oder ausgeschaltet. Ist ein Fenster geöffnet, ertönt ein akustisches Signal, das
auf eine Fehlbedienung der Anlage hinweist. Auch bei einem Einbruchsversuch ertönt
dieses. Wo genau der Gefahrenherd ist, meldet der Visualisierungs-PC. Die logischen
Verknüpfungen, die für den problemlosen Betrieb der Alarmanlage notwendig sind, werden
durch EIB-Verknüpfungsbausteine sichergestellt.
Zur Vereinfachung sowie Steuerung und Regelung der komplexen Elektroanlage wurde im
Konferenzraum eine Lichtszenen-
steuerung über EIB-Infrarot-Fernbedienung installiert. Acht verschiedene Lichtszenen
können damit über einen einzigen Knopfdruck abgerufen werden. Eingebunden sind unter
anderem Leuchtstofflampen mit dynamischen EVG, Niedervolt- und HQI-Strahler. Wird zum
Beispiel die Taste Diavortrag" betätigt, werden automatisch die Oberlichter
über Rollos verdunkelt sowie Vertikalstore und Außenjalousien zugefahren. Darüber
hinaus werden die Leuchtstofflampen auf einen eingestellten Wert gedimmt, die Nieder-
voltstrahler für die Leinwandbeleuchtung ein- und die HQI-Strahler ausgeschaltet. Die
vorhandene Leinwand fährt selbsttätig auf die festgelegte Endstellung.
Daß der EIB große Vorteile gegenüber einer herkömmlichen Installation aufweist, zeigte
sich an verschiedenen Stellen bereits während der Montage. So wurde zum Beispiel das für
die Gaszufuhr innerhalb eines Labors zuständige Magnetventil aus Sicherheitsgründen in
einem externen Gebäude installiert. Ohne den EIB wäre dies nur mit erheblichem Aufwand
zu realisieren gewesen, da man zur Leitungsverlegung die Asphaltdecke eines Parkplatzes
und der dazwischen liegenden Straße hätte auf-
reißen müssen.
Zu den vielfältigen, visualisierten Anlagenteilen gehören neben Parkplatzentwässerung,
Schmutzwasserpumpe, Heizungsanlage, Kühlschränken, Fahrstuhl, Brandschutztüren und
ÜberspannungsschutzEinrichtungen auch eine Sprech und Kameraanlage, die vor der
Eingangstür des Forschungsgebäudes installiert ist. Der Visualisierungs-PC meldet die
Betätigung des Klingeltasters durch ein akustisches Signal und die Einspielung des
Kamerabildes. Über einen Software-Taster hat der Pförtner die Möglichkeit, die Kamera
horizontal und vertikal zu schwenken und sich mit dem Besucher über Mikrofon und
Lautsprecher, die sich in der PC-Tastatur befinden, zu unterhalten.
Ebenso komfortabel ist die Visualisierung der Brandschutzklappen. Via PC läßt sich
deren, über Binäreingänge erfaßter, offener oder geschlossener Zustand abfragen. Ist
eine der rund 50 Klappen geschlossen, ertönt auf dem PC ein akustisches Signal. Darüber
hinaus tritt die entsprechende Dialogseite automatisch in den Vordergrund und zeigt den
genauen Montageort der betroffenen Brandschutzklappe. Die automatische Regelung der
Gebäudeleittechnik (GLT) kann über den Visualisierungs-PC auch manuell geregelt werden.
Der Datenaustausch zwischen GLT und Software findet über ein Gateway statt. Für den
Neubaubereich lieferte Merten Binäreingänge, Aktoren, EIB-Dämmerungsschalter,
EIB-Schaltuhren und Verknüpfungsbausteine.

Fazit
Das Mannheimer Unternehmen Dietz Elektro-Service hat mittels EIB ein System installiert, das
flexibel, überwachbar, jederzeit erweiterbar und außerdem kostensparend ist - ein echtes
Meisterstück, das zu Recht mit dem EIBA-Preis ausgezeichnet wurde.

| Auszug aus der Fachzeitschrift
"Krankenhaus Technik, November
1998" Seite 60-64 |
Psychiatrische Klinik in
Mannheim vernetzt Gebäude mit Instabus
Zukunftsweisende
Bus-Technologie |
 |
Das Mannheimer Zentralinstitut für seelische Gesundheit saniert seit 1993 schrittweise
seine Therapie- und Wirtschaftsgebäude. Nachdem der Europäische Installationsbus, EIB,
schon die Haustechnik im Neubau für Forschung und Verwaltung automatisiert, wurden jetzt
auch das siebenstöckige Bettenhaus und das Wirtschaftsgebäude an das komplexe EIB-System
ange-
schlossen. Damit verbunden sind mehr Sicherheit, Flexibilität, Komfort und auch
Wirtschaftlichkeit.
Aufgrund positiver Erfahrungen wurde der im letzten Oktober fertiggestellte,
fünfgeschossige Forschungs- und Verwaltungs-
neubau über die Bus-Technik nahezu komplett automatisiert. Rund 600 Ärzte, Pflege- und
Hilfskräfte sowie Forschungs- und Verwaltungsmitarbeiter kümmern sich im Zentralinstitut
um das Wohl der Patienten. Zu den Aufgaben der Klinik gehören unter anderem die Forschung
in den Bereichen Psychiatrie, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Klinische
Psychologie und Medizinsoziologie, Sozialpsychiatrie sowie die Erfolgsprüfung von
Behandlungsmethoden und Einrichtungen. Gearbeitet wird darüber hinaus an der Vorbeugung,
Behandlung und Rehabilitation seelischer
Erkrankungen. Zum vielfältigen Aufgaben-
spektrum gehört auch die Ausbildung von Studenten, die Fortbildung und Förderung des
wissenschaftlichen Nachwuchses, die Weiterbildung von Ärzten und Psychologen sowie
Ausbildung und Fortbildung zu nichtärztlichen medizinischen Berufen und Sozialberufen.
Beratend steht man bei Planung und Vorbereitung von Einrichtungen und Diensten der
öffentlichen Gesund-
heitspflege auf dem Gebiet der seelischen Gesundheit zur Seite.
Neben der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie mit 106 Betten beherbergt das
Zentralinstitut die je 48 Betten großen Kliniken für Psychosomatik und
Psychotherapeutische Medizin sowie Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und
Jugendalters.
Eine Tagesklinik bietet 20, die Altentagesklinik 12 Plätze. Als vor fünf Jahren mit der
Sanierung der Klinik begonnen wurde, stand die Sicherheit der Ärzte und Pfleger im
Mittelpunkt elektrotechnischer Überlegungen. Gesucht wurde nach einem Alarmsystem mit
Visualisierungsmöglichkeit.

Verbindung der Heizungssteuerung über Datenschnittstelle
(Optische und akustische Anzeigen
zur Sicherheit)
Weil Therapie- und Wirtschaftsgebäude weit verzweigt sind und dementsprechend mehrere
Kilometer-Stromkabel in den Kabelschächten lagen, verzichteten die Verantwortlichen aus
Gründen des Brandschutzes auf konventionelle Technik.
Der Instabus hielt Einzug in das Bettenhaus. Mittlerweile ist dort ein
Automatisierungsgrad von 30 Prozent erreicht worden. Über eine Visualisierungssoftware,
die auf dem PC in der Pförtnerloge installiert ist, kann jederzeit der Gebäudezustand
abgerufen werden.
Angriffe gewalttätiger oder verstörter Patienten auf Ärzte und Pfleger gehören in der
Klinik zwar nicht zum Alltag, kommen aber gelegentlich vor. Um die Mitarbeiter möglichst
schnell unterstützen zu können, wurden in den Untersuchungsräumen für die Notaufnahmen
konventionelle Taster unter den Tischen montiert. Werden diese betätigt, wird der
betreffende Raum mittels Grundrißplan auf dem Visualisierungs-PC farbig markiert und die
Notrufpiepser des Bereitschaftspersonals werden angesteuert.
Optisch und akustisch angezeigt werden auch Meldungen vom in WCs und Sanitärräumen
installierten Patientennotruf. Gleichzeitig wird er im Dienstzimmer der entsprechenden
Station durch eine Leuchtdiode im sogenannten EIB-Tableau, über das besonders komfortabel
die Überwachung oder Veränderung eines bestimmten Betriebszustandes innerhalb des
Instabus-
Systems vorgenommen werden kann, angezeigt.
Über ein solches Tableau läßt sich auch die Spannungsversorgung von Steckdosen und von
konventionellen Schaltern regeln. Besonders effizient ist dies dort, wo Kinder
untergebracht sind, denn immer wieder schmieren diese Klebstoff in die Schlüssel-
schalter und machen sie damit unbrauchbar.
In das Sicherheitskonzept einbezogen wurden auch die Fahrstühle des Altbau-Bereichs.
Seitdem ist auf dem Visualisierungs-
PC jederzeit erkennbar, in welcher Etage sich diese befinden, ob Türen offen stehen oder
geschlossen sind, Betriebsstörungen oder Personennotrufe vorliegen. Visuelle und
akustische Signale informieren über potentielle Störungen.
Um die in den Labors aufbewahrten, tiefgekühlten Zellkulturen bestmöglich zu schützen,
wird die Temperatur der Kühltruhen permanent überwacht. Störungsmeldungen wegen
Temperaturüberschreitungen werden an den PC weitergeleitet, der optische und akustische
Alarmmeldungen ausgibt.
Ausgestattet sind das Biochemische und das Molekular-Biologische Labor darüber hinaus mit
einer Einzelraumregelung, die dafür sorgt, daß bei geöffneten Fenstern die Heizung
heruntergefahren und die klimatisierte Luftzufuhr abgeschaltet wird. In das Instabus EIB
System wurde auch der hauseigene Therapiegarten integriert. Von der Pförtnerloge aus
werden über je einen Software-Taster auf dem PC die Spannungsversorgung der Steckdosen
sowie - mittels Dämmerungsschalter - die Steuerung der Gartenbeleuchtung eingeschaltet.
Installiert ist darüber hinaus eine EIB-gesteuerte Bewässerungsanlage, deren Regelung
über Schaltuhr, Regenwächter und Feuchtefühler erfolgt.
Von der Gebr. Merten GmbH & Co. KG aus Gummersbach wurden für diesen Bereich unter
anderem Binäreingänge, das sind Verbindungsglieder zwischen konventioneller Technik und
dem Instabus sowie Informationen empfangende, verarbeitende und Funktionen ausführende
Aktoren geliefert.
(Lastmanagement gegen
Lastüberschreitungen)
Darüber hinaus stellte das Unternehmen, das sich bereits seit über zehn Jahren mit den
Möglichkeiten des Instabus beschäftigt, einen Teil der Sensoren zur Verfügung, deren
Aufgabe est ist, physikalische Kenngrößen wie Temperatur oder Helligkeit zu verarbeiten
und ein Telegramm auf den Bus zu senden. Zum Lieferumfang gehörten außerdem
EIB-Dämmerungsschalter und EIB-Schaltuhren.
Weil das ZI Tarifsonderkunde des ortsansässigen Energieversorgungsunternehmens (EVU) ist,
wurde im Rahmen der Sanie-
rungsarbeiten darüber nachgedacht, wie teure Lastüberschreitungen vermeidbar wären. Die
Verantwortlichen entschieden sich für die Installation eines Lastmanagementsystems. Im
Vorfeld wurden in den beiden Altbaugebäuden über ein Jahr der Strom-
verbrauch gemessen und die angeschlossenen Verbraucher aufgelistet, um eine exakte
Datenbasis zu haben. Zur Übertragung der erhobenen Meßwerte zum PC nutzte man die
EIB-Leitung. Die Energiezähler wurden dafür über einen Binäreingang mit
So-Schnittstelle von Merten busfähig gemacht. Die Verschiebung der Lastspitzen führt im
Zentralinstitut mittlerweile zu einer Kostenersparnis von jährlich rund 100.000 Mark.
Kommt es zu unvermeidlichen Spitzen, wird über die PC-Software ein Notstromdiesel
aktiviert, der laut EVU bis zu 20 Stunden im Monat laufen darf, um die Leistungsspitzen
abzudecken. Einen permanenten Überblick über den aktuellen Energieverbrauch bietet der
Visualisierungs-PC.
Während die EIB-Anlage in den beiden Altbauten über die letzten Jahre peu à peu
ausgebaut wurde und auch in Zukunft noch weiter vorangetrieben wird, konnte die
Elektroinstallation auf EIB-Basis bereits im Planungsstadium für das neue Forschungs- und
Verwaltungsgebäude einbezogen werden. Daß man sich dieser Technik bedienen würde, war
aufgrund der überaus positiven Erfahrungen keine Frage und so wurde innerhalb des im
Sommer '97 fertiggestellten Neubaus ein Automatisierungs-
grad von rund 97 Prozent erreicht. Sämtliche Betriebszustände sind komfortabel am PC in
der Altbau-Pforte visualisiert. Der Neubau ist damit auf dem neuesten Stand der Technik,
das System flexibel, überwachbar, jederzeit erweiterbar und kosten-
reduzierend.
(Grad der Automatisierung
liegt bei 97 Prozent)
Die gesamte Beleuchtungsanlage läßt sich auf dem PC überwachen und steuern.
Aktoren sind an der Kabelpritsche im Flur, Jalousieaktoren in den Brüstungskanälen der
einzelnen Büros und Forschungsräume montiert. Getrennt nach Himmelsrichtungen fahren die
Jalousien automatisch herunter oder bei Windalarm wie von Geisterhand hoch. Ausgestattet
ist das Gebäude mit EIB gesteuerter Rauchwarn-, Bewässerungs-, Alarm-, Abluft- sowie
Gasabschaltungsanlage, Lichtszenensteuerung im Konferenz-
raum, Einzelraumregelung, Sprech- und Kameraanlage sowie Visualisierung der
Brandschutzklappen.
Die vom Treppenhaus erreichbare Dachluke läßt sich nicht nur über den an der Pforte
untergebrachten PC, sondern auch über einen vor Ort angebrachten EIB-Taster öffnen oder
schließen. Automatisch geschlossen wird sie bei Regen über den auf dem Therapiegebäude
installierten Regenwächter, automatisch geöffnet bei Auslösung des Brandalarms. Der
Regenwächter über-
nimmt gemeinsam mit einer Zeitschaltuhr und einem Feuchtefühler auch die Regelung der auf
einer Terrasse errichteten Garten-
anlage.
Die Überwachung der Fenster im Keller übernimmt eine EIB-gesteuerte Alarmanlage.
Akustische Glasbruchmelder an der Decke und Magnetkontakate an den Fenstern schützen die
Kellerräume. Über Riegelkontakte im Schließblech der Raumtüren wird die Alarmanlage
ein- oder ausgeschaltet. Ist ein Fenster geöffnet, ertönt ein akustisches Signal, das
auf eine Fehlbe-
dienung der Anlage hinweist. Auch bei einem Einbruchsversuch ertönt dieses. Wo genau der
Gefahrenherd ist, meldet der Visualisierungs-PC.
(Während der Montage
bereits Vorteile erkennbar)
Zur Vereinfachung sowie Steuerung und Regelung der komplexen Elektroanlage wurde im
Konferenzraum eine Lichtszenen-
Steuerung über EIB-Infrarot-Fernbedienung installiert. Acht unterschiedliche Lichtszenen
können damit über einen einzigen Knopfdruck abgerufen werden. Wird zum Beispiel die Taste "Diavortrag"
betätigt, werden automatisch die Oberlichter über Rollos verdunkelt sowie Vertikalstore
und Außenjalousien zugefahren.
Darüber hinaus werden die Leuchtstofflampen auf einen eingestellten Wert gedimmt, die
Niedervoltstrahler für die Leinwand-
beleuchtung ein- und die HQI-Strahler ausgeschaltet. Die vorhandene Leinwand fährt
selbsttätig auf die festgelegte Endstellung. Bereits während der Montage zeigte sich,
daß EIB gegenüber einer herkömmlichen Installation große Vorteile aufweist. So wurde
zum Beispiel das für die Gaszufuhr innerhalb eines Labors zuständige Magnetventil aus
Sicherheitsgründen in einem externen Gebäude installiert.
Ohne den EIB wäre dies nur mit erheblichem Aufwand zu realisieren gewesen, da man zur
Leitungsverlegung die Asphaltdecke eines Parkplatzes und der dazwischen liegenden Straße
hätte aufreißen müssen.
Zu den vielfältigen, visualisierten Anlagenteilen gehören neben Parkplatzentwässerung,
Schmutzwasserpumpe, Heizungsanlage, Kühlschränken, Fahrstuhl, Brandschutztüren und
Überspannungsschutz-Einrichtungen auch eine Sprech- und Kameraanlage, die vor der

Eingangstür des
Forschungsgebäudes installiert ist. Der Visualisierungs-PC meldet die Betätigung des
Klingeltasters durch ein akustisches Signal und die Einspielung des Kamerabildes. Über
einen Software-Taster hat der Pförtner die Möglichkeit, die Kamera horizontal als auch
vertikal zu schwenken und sich mit dem Besucher über Mikrofon und Lautsprecher, die sich
in der PC-Tastatur befinden, zu unterhalten.
Ebenso komfortabel ist die Visualisierung der Brandschutzklappen. Via PC läßt sich
deren, über Binäreingänge erfaßter offener oder geschlossener Zustand abfragen. Ist
eine der rund 50 Klappen geschlossen, ertönt auf dem PC ein akustisches Signal. Darüber
hinaus tritt die entsprechende Dialogseite automatisch in den Vordergrund und zeigt den
genauen Montageort der betroffenen Brandschutzklappe.
Selbstverständlich kann die automatische Regelung der Gebäudeleittechnik über den
Visualisierungs-PC auch manuell geregelt werden. Binäreingänge, Aktoren,
EIB-Dämmerungsschalter, -Schaltuhren und Verknüpfungsbausteine wurden von Merten
geliefert.

EIB-Binäreingänge für Brandschutzklappen
| Mit der Installation des Europäischen Installationsbus in
Therapie- und Wirtschaftsgebäude sowie dem neuen Forschungs- und Verwaltungstrakt wurde
eine EIB-Anlage geschaffen, die flexibel, komfortabel, überwachbar, jederzeit erweiterbar
und kostensparend ist - Kriterien, die in dieser komplexen Form nur mittels der
zukunftsweisenden Bus-Technologie erfüllt werden konnten. Für die außergewöhnliche
Planung und Durchführung der Sanierung sowie Neuinstallation der Elektroinstallation im
ZI erhielt das mit den Arbeiten beauftragte Mannheimer Unternehmen Dietz Elektro-Service den diesjährigen, international
ausgeschriebenen Preis der European Installation Bus Association (EIBA). |
