Auszug aus der Fachzeitschrift"Sonderausgabe BUS-GUIDE  Juli 1998"Seite 62-67
Instabus: Sicherheit, Komfort und Effizienz rund um die Uhr

Mannheimer Unternehmen erhielt begehrten „EIBA-Preis": Mit Spannung erwartet wurde während der diesjährigen Hannover Messe die Verleihung des alle zwei Jahre ausgeschriebenen „EIBA-
Awards" für die kreativste und komplexeste EIB-Installation. Gewonnen hat ihn der Mannheimer Fachhandwerksbetrieb Dietz Elektro-Service für die Realisierung eines außergewöhnlichen EIB-
Projektes.



Farbenfroh: Der Haupteingang des Zentralinstitut für Seelische
Gesundheit in Mannheim.

Geschäftsführer Wolfgang Dietz - Mitglied des neu gegründeten EIB-User-Club-Deutschland - und Abteilungsleiter Rudi Müller gehören zu den innovativen Köpfen der Branche. Als vor rund zehn Jahren SPS, die speicherprogrammierte Steuerung für Maschinen auf den Markt kam, gehörten sie zu den ersten Verarbeitern. Auch mit der neuen Gebäudesystemtechnik beschäftigen sie sich seit ihren Anfängen zu Beginn der 90er Jahre. Das erste große EIB-Projekt für ein ortsansässiges Verwaltungsgebäude konnte schon 1993 erfolgreich realisiert werden.
Mittlerweile hat das 20 Mitarbeiter große Unternehmen mit dem klassischen „Schlitze-Fräsen" und dem Geschoßwohungsbau nichts mehr zu tun. Arbeitsschwerpunkt ist die Gebäudeautomation - vom Privathaus bis zu aufwendigen Projekten wie dem Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, für dessen Realisierung der Preis vergeben wurde.



Auch die Heizungssteuerung wird über eine Daten-
schnittstelle mit dem Gesamtsystem verbunden.

Bereits seit 1993 wird die über 20 Jahre alte Psychiatrische Klinik in Mannheim schrittweise saniert. Zu Beginn stand die Sicherheit der Ärzte und Pfleger im Mittelpunkt. Gesucht wurde nach einem Alarmsystem mit Visualisierungsmöglichkeit.
Weil Therapie- und Wirtschaftsgebäude weitverzweigt sind und dementsprechend mehrere Kilometer Stromkabel in den Kabel-
schächten lagen, verzichteten die Verantwortlichen aus Gründen des Brandschutzes auf konventionelle Technik.
Der Instabus hielt Einzug in das alte Gebäude. Mittlerweile ist dort ein Automatisierungsgrad von 30 Prozent erreicht worden.
Über eine Visualisierungssoftware, die auf dem PC in der Pförtnerloge installiert ist, kann jederzeit der Gebäudezustand abgerufen werden.

Altbau-Installation

Angriffe gewalttätiger oder verstörter Patienten auf Ärzte und Pflegepersonal gehören in der Klinik zwar nicht zum Alltag, kommen aber gelegentlich vor. Um die Mitarbeiter möglichst schnell unterstützen zu können, wurden in den Untersuchungsräumen für die Notaufnahmen konventionelle Tischtaster unter den Schreibtischen montiert.
Werden diese betätigt, wird der betreffende Raum mittels Grundrißplan auf dem Visualisierungs-PC farbig markiert und mittels Opto-Koppler werden die Notrufpiepser des Bereitschaftspersonals angesteuert.
Zum Alarmsystem kam ein Patienten-Notruf in WCs und Sanitärräumen, dessen Alarm optisch durch eine Sirene gemeldet wird. Gleichzeitig wird er im Dienstzimmer der entsprechenden Station durch eine LED im EIB-Tableau angezeigt. Die Hupe kann durch einen neben der LED liegenden Quittierungstaster abgeschaltet werden. Bis der Grobhand-Taster entriegelt ist, bleibt die optische Meldung bestehen. Um den VDE-Vorschriften zu genügen, wurde vor die Spannungsversorgung der EIB-Linie ein Trenntransformator installiert.
Über das EIB-Tableau läßt sich auch die Spannungsversorgung von Steckdosen und konventionellen Schaltern abschalten. Als besonders effizient erwies sich dies in den Zimmern der Kinderstation, da der dort untergebrachte Nachwuchs in regelmäßigen Abständen Klebstoff in die Schlüsselschalter zur Abschaltung schmierte und sie damit unbrauchbar machte.
In das Sicherheitskonzept einbezogen wurden auch die Fahrstühle des Altbaus. Auf dem Visualisierungs-PC ist jederzeit erkennbar, in welcher Etage sich diese befinden, ob Türen offen stehen oder geschlossen sind, ob Betriebsstörungen, Visuelle und akustische Signale informieren über potentielle Störungen.
Permanent überwacht wird auch die Temperatur der in den Labors untergebrachten Tiefkühltruhen, denen wertvolle Zellkulturen aufbewahrt werden. Die Meldungen werden über Binäreingänge an den PC weitergeleitet, auf dem bei Temperaturüberschreitung optische und akustische Alarmmeldungen erfolgen. Ausgestattet sind das Biochemische und das Molekular-Biologische Labor darüber hinaus mit einer Einzelraumregelung. Bei geöffneten Fenstern wird die Heizung heruntergefahren und die klimatisierte Luftzufuhr abgeschaltet.
In das Instabus-EIB-System integriert wurde außerdem der sogenannte „Therapiegarten". Von der Pförtnerloge aus werden über je einen Software-Taster auf dem PC die Spannungsversorgung der Steckdosen sowie - mittels Dämmerungsschalter - die Steuerung der Gartenbeleuchtung eingeschaltet. Installiert ist darüber hinaus eine EIB-gesteuerte Bewässerungsanlage, deren Regelung

über Schaltuhr, Regenwächter und Feuchtefühler erfolgt. Binäreingänge, Aktoren, ein Teil der Sensoren, EIB-Dämmerungsschalter und EIB-Schaltuhren wurden vom Gummersbacher Unternehmen Merten geliefert, mit dem Wolfgang Dietz bereits seit 1992 zusammenarbeitet.

Lastmanagement

Um als Tarifsonderkunde teure Lastüberschreitungen zu vermeiden, entschieden sich die Verantwortlichen des Zentralinstituts für die Installation eines Lastmanagementsystems. Ein Jahr lang wurde in den Altbau-Gebäuden der Stromverbrauch gemessen und die angeschlossenen Verbraucher aufgelistet. Zur Übertragung der erhobenen Meßwerte zum PC wurde die EIB-Leitung genutzt. Die Energiezähler wurden dafür über einen Binäreingang mit S0-Schnittstelle von Merten busfähig gemacht. Besonders zeitintensiv, so Rudi Müller, war die Zuordnung der Verbraucher in eine Prioritätenfolge. Da sich Geräte innerhalb eines Krankenhauses nicht einfach abschalten lassen, wurde diese in enger Zusammenarbeit mit dem Personal festgelegt. Die Verschiebung der Lastspitzen führt im Zentralinstitut mittlerweile zu einer Kostenersparnis von jährlich rund 100.000 Mark.
Kommt es zu unvermeidlichen Lastspitzen, wird über die PC-Software ein dieselbetriebenes Notstromaggregat aktiviert, das laut Energieversorgungsunternehmen bis zu 20 Stunden im Monat laufen darf, um die Leistungsspitzen abzudecken. Einen permanenten Überblick über den aktuellen Energieverbrauch wird über den Visualisierungs-PC geboten. Sollte die EIB-Anlage einmal gestört sein, ist die Funktionsfähigkeit durch die Parametrierung der Aktoren sichergestellt.

 

High-Tech im Neubau

Während die EIB-Anlage in den beiden Altbauten über die letzten Jahre peu à peu ausgebaut wurde und auch in Zukunft noch
weiter vorangetrieben wird, konnte die Elektroinstallation auf EIB-Basis bereits im Planungsstadium für das neue Forschungs- und Verwaltungsgebäude einbezogen werden.
Daß man sich dieser Technik bedienen würde, war aufgrund der überaus positiven Erfahrungen keine Frage und so wurde innerhalb des im Sommer ‘97 fertiggestellten Neubaus ein Automatisierungsgrad von rund 97 Prozent erreicht.
Sämtliche Betriebszustände sind am PC in der Altbaupforte visualisiert. Der Neubau ist damit auf dem neuesten Stand der Technik, das System flexibel, überwachbar, jederzeit erweiterbar und kostenreduzierend.
Die gesamte Beleuchtungsanlage läßt sich auf dem PC überwachen und steuern. Aktoren sind an der Kabelpritsche im Flur, Jalousieaktoren in den Brüstungskanälen der einzelnen Büros und Forschungsräume montiert.
Getrennt nach Himmelsrichtungen fahren die Jalousien automatisch herunter oder bei Windalarm hoch.
Ausgestattet ist das Gebäude mit EIB gesteuerter RWA-, Bewässerungs-, Alarm-, Abluft- sowie Gasabschaltungsanlage, Licht-
szenensteuerung im Konferenzraum, Einzelraumregelung, Sprech- und Kameraanlage sowie Visualisierung der Brandschutz-
klappen.
Die vom Treppenhaus erreichbare Dachluke läßt sich nicht nur über den an der Pforte untergebrachten PC, sondern auch über einen vor Ort angebrachten EIB-Taster öffnen und schließen. Automatisch geschlossen wird sie bei Regen über den auf dem Therapie-
gebäude installierten Regenwächter, automatisch geöffnet bei Auslösung des Brandalarms. Der Regenwächter übernimmt gemein-
sam mit einer Zeitschaltuhr und einem Feuchtefühler auch die Regelung der auf einer Terrasse errichteten Gartenanlage.
Damit kein Unbefugter das Gebäude betritt oder verläßt, werden sämtliche, mit Fenstern ausgestatteten Räume des Kellerge-
schosses durch eine EIB gesteuerte Alarmanlage überwacht.
Akustische Glasbruchmelder an der Decke und Magnetkontakte an den Fenstern schützen die Kellerräume. Über Riegelkontakte im Schließblech der Raumtüren wird die Alarmanlage ein- oder ausgeschaltet. Ist ein Fenster geöffnet, ertönt ein akustisches Signal, das auf eine Fehlbedienung der Anlage hinweist. Auch bei einem Einbruchsversuch ertönt dieses. Wo genau der Gefahrenherd ist, meldet der Visualisierungs-PC. Die logischen Verknüpfungen, die für den problemlosen Betrieb der Alarmanlage notwendig sind, werden durch EIB-Verknüpfungsbausteine sichergestellt.
Zur Vereinfachung sowie Steuerung und Regelung der komplexen Elektroanlage wurde im Konferenzraum eine Lichtszenen-
steuerung über EIB-Infrarot-Fernbedienung installiert. Acht verschiedene Lichtszenen können damit über einen einzigen Knopfdruck abgerufen werden. Eingebunden sind unter anderem Leuchtstofflampen mit dynamischen EVG, Niedervolt- und HQI-Strahler. Wird zum Beispiel die Taste „Diavortrag" betätigt, werden automatisch die Oberlichter über Rollos verdunkelt sowie Vertikalstore und Außenjalousien zugefahren. Darüber hinaus werden die Leuchtstofflampen auf einen eingestellten Wert gedimmt, die Nieder-
voltstrahler für die Leinwandbeleuchtung ein- und die HQI-Strahler ausgeschaltet. Die vorhandene Leinwand fährt selbsttätig auf die festgelegte Endstellung.
Daß der EIB große Vorteile gegenüber einer herkömmlichen Installation aufweist, zeigte sich an verschiedenen Stellen bereits während der Montage. So wurde zum Beispiel das für die Gaszufuhr innerhalb eines Labors zuständige Magnetventil aus Sicherheitsgründen in einem externen Gebäude installiert. Ohne den EIB wäre dies nur mit erheblichem Aufwand zu realisieren gewesen, da man zur Leitungsverlegung die Asphaltdecke eines Parkplatzes und der dazwischen liegenden Straße hätte auf-
reißen müssen.
Zu den vielfältigen, visualisierten Anlagenteilen gehören neben Parkplatzentwässerung, Schmutzwasserpumpe, Heizungsanlage, Kühlschränken, Fahrstuhl, Brandschutztüren und ÜberspannungsschutzEinrichtungen auch eine Sprech und Kameraanlage, die vor der Eingangstür des Forschungsgebäudes installiert ist. Der Visualisierungs-PC meldet die Betätigung des Klingeltasters durch ein akustisches Signal und die Einspielung des Kamerabildes. Über einen Software-Taster hat der Pförtner die Möglichkeit, die Kamera horizontal und vertikal zu schwenken und sich mit dem Besucher über Mikrofon und Lautsprecher, die sich in der PC-Tastatur befinden, zu unterhalten.
Ebenso komfortabel ist die Visualisierung der Brandschutzklappen. Via PC läßt sich deren, über Binäreingänge erfaßter, offener oder geschlossener Zustand abfragen. Ist eine der rund 50 Klappen geschlossen, ertönt auf dem PC ein akustisches Signal. Darüber hinaus tritt die entsprechende Dialogseite automatisch in den Vordergrund und zeigt den genauen Montageort der betroffenen Brandschutzklappe. Die automatische Regelung der Gebäudeleittechnik (GLT) kann über den Visualisierungs-PC auch manuell geregelt werden. Der Datenaustausch zwischen GLT und Software findet über ein Gateway statt. Für den Neubaubereich lieferte Merten Binäreingänge, Aktoren, EIB-Dämmerungsschalter, EIB-Schaltuhren und Verknüpfungsbausteine.

 

Fazit

Das Mannheimer Unternehmen Dietz Elektro-Service hat mittels EIB ein System installiert, das flexibel, überwachbar, jederzeit erweiterbar und außerdem kostensparend ist - ein echtes Meisterstück, das zu Recht mit dem EIBA-Preis ausgezeichnet wurde.

 

 

Auszug aus der Fachzeitschrift "Krankenhaus Technik, November 1998" Seite 60-64
Psychiatrische Klinik in Mannheim vernetzt Gebäude mit Instabus
Zukunftsweisende
Bus-Technologie

Das Mannheimer Zentralinstitut für seelische Gesundheit saniert seit 1993 schrittweise seine Therapie- und Wirtschaftsgebäude. Nachdem der Europäische Installationsbus, EIB, schon die Haustechnik im Neubau für Forschung und Verwaltung automatisiert, wurden jetzt auch das siebenstöckige Bettenhaus und das Wirtschaftsgebäude an das komplexe EIB-System ange-
schlossen. Damit verbunden sind mehr Sicherheit, Flexibilität, Komfort und auch Wirtschaftlichkeit.

Aufgrund positiver Erfahrungen wurde der im letzten Oktober fertiggestellte, fünfgeschossige Forschungs- und Verwaltungs-
neubau über die Bus-Technik nahezu komplett automatisiert. Rund 600 Ärzte, Pflege- und Hilfskräfte sowie Forschungs- und Verwaltungsmitarbeiter kümmern sich im Zentralinstitut um das Wohl der Patienten. Zu den Aufgaben der Klinik gehören unter anderem die Forschung in den Bereichen Psychiatrie, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Klinische Psychologie und Medizinsoziologie, Sozialpsychiatrie sowie die Erfolgsprüfung von Behandlungsmethoden und Einrichtungen. Gearbeitet wird darüber hinaus an der Vorbeugung, Behandlung und Rehabilitation seelischer Erkrankungen. Zum vielfältigen Aufgaben-
spektrum gehört auch die Ausbildung von Studenten, die Fortbildung und Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, die Weiterbildung von Ärzten und Psychologen sowie Ausbildung und Fortbildung zu nichtärztlichen medizinischen Berufen und Sozialberufen. Beratend steht man bei Planung und Vorbereitung von Einrichtungen und Diensten der öffentlichen Gesund-
heitspflege auf dem Gebiet der seelischen Gesundheit zur Seite.
Neben der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie mit 106 Betten beherbergt das Zentralinstitut die je 48 Betten großen Kliniken für Psychosomatik und Psychotherapeutische Medizin sowie Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters.
Eine Tagesklinik bietet 20, die Altentagesklinik 12 Plätze. Als vor fünf Jahren mit der Sanierung der Klinik begonnen wurde, stand die Sicherheit der Ärzte und Pfleger im Mittelpunkt elektrotechnischer Überlegungen. Gesucht wurde nach einem Alarmsystem mit Visualisierungsmöglichkeit.


Verbindung der Heizungssteuerung über Datenschnittstelle

 

(Optische und akustische Anzeigen zur Sicherheit)

Weil Therapie- und Wirtschaftsgebäude weit verzweigt sind und dementsprechend mehrere Kilometer-Stromkabel in den Kabelschächten lagen, verzichteten die Verantwortlichen aus Gründen des Brandschutzes auf konventionelle Technik.
Der Instabus hielt Einzug in das Bettenhaus. Mittlerweile ist dort ein Automatisierungsgrad von 30 Prozent erreicht worden. Über eine Visualisierungssoftware, die auf dem PC in der Pförtnerloge installiert ist, kann jederzeit der Gebäudezustand abgerufen werden.
Angriffe gewalttätiger oder verstörter Patienten auf Ärzte und Pfleger gehören in der Klinik zwar nicht zum Alltag, kommen aber gelegentlich vor. Um die Mitarbeiter möglichst schnell unterstützen zu können, wurden in den Untersuchungsräumen für die Notaufnahmen konventionelle Taster unter den Tischen montiert. Werden diese betätigt, wird der betreffende Raum mittels Grundrißplan auf dem Visualisierungs-PC farbig markiert und die Notrufpiepser des Bereitschaftspersonals werden angesteuert.
Optisch und akustisch angezeigt werden auch Meldungen vom in WCs und Sanitärräumen installierten Patientennotruf. Gleichzeitig wird er im Dienstzimmer der entsprechenden Station durch eine Leuchtdiode im sogenannten EIB-Tableau, über das besonders komfortabel die Überwachung oder Veränderung eines bestimmten Betriebszustandes innerhalb des Instabus-
Systems vorgenommen werden kann, angezeigt.
Über ein solches Tableau läßt sich auch die Spannungsversorgung von Steckdosen und von konventionellen Schaltern regeln. Besonders effizient ist dies dort, wo Kinder untergebracht sind, denn immer wieder schmieren diese Klebstoff in die Schlüssel-
schalter und machen sie damit unbrauchbar.
In das Sicherheitskonzept einbezogen wurden auch die Fahrstühle des Altbau-Bereichs. Seitdem ist auf dem Visualisierungs-
PC jederzeit erkennbar, in welcher Etage sich diese befinden, ob Türen offen stehen oder geschlossen sind, Betriebsstörungen oder Personennotrufe vorliegen. Visuelle und akustische Signale informieren über potentielle Störungen.
Um die in den Labors aufbewahrten, tiefgekühlten Zellkulturen bestmöglich zu schützen, wird die Temperatur der Kühltruhen permanent überwacht. Störungsmeldungen wegen Temperaturüberschreitungen werden an den PC weitergeleitet, der optische und akustische Alarmmeldungen ausgibt.
Ausgestattet sind das Biochemische und das Molekular-Biologische Labor darüber hinaus mit einer Einzelraumregelung, die dafür sorgt, daß bei geöffneten Fenstern die Heizung heruntergefahren und die klimatisierte Luftzufuhr abgeschaltet wird. In das Instabus EIB System wurde auch der hauseigene Therapiegarten integriert. Von der Pförtnerloge aus werden über je einen Software-Taster auf dem PC die Spannungsversorgung der Steckdosen sowie - mittels Dämmerungsschalter - die Steuerung der Gartenbeleuchtung eingeschaltet. Installiert ist darüber hinaus eine EIB-gesteuerte Bewässerungsanlage, deren Regelung über Schaltuhr, Regenwächter und Feuchtefühler erfolgt.
Von der Gebr. Merten GmbH & Co. KG aus Gummersbach wurden für diesen Bereich unter anderem Binäreingänge, das sind Verbindungsglieder zwischen konventioneller Technik und dem Instabus sowie Informationen empfangende, verarbeitende und Funktionen ausführende Aktoren geliefert.

(Lastmanagement gegen Lastüberschreitungen)

Darüber hinaus stellte das Unternehmen, das sich bereits seit über zehn Jahren mit den Möglichkeiten des Instabus beschäftigt, einen Teil der Sensoren zur Verfügung, deren Aufgabe est ist, physikalische Kenngrößen wie Temperatur oder Helligkeit zu verarbeiten und ein Telegramm auf den Bus zu senden. Zum Lieferumfang gehörten außerdem EIB-Dämmerungsschalter und EIB-Schaltuhren.
Weil das ZI Tarifsonderkunde des ortsansässigen Energieversorgungsunternehmens (EVU) ist, wurde im Rahmen der Sanie-
rungsarbeiten darüber nachgedacht, wie teure Lastüberschreitungen vermeidbar wären. Die Verantwortlichen entschieden sich für die Installation eines Lastmanagementsystems. Im Vorfeld wurden in den beiden Altbaugebäuden über ein Jahr der Strom-
verbrauch gemessen und die angeschlossenen Verbraucher aufgelistet, um eine exakte Datenbasis zu haben. Zur Übertragung der erhobenen Meßwerte zum PC nutzte man die EIB-Leitung. Die Energiezähler wurden dafür über einen Binäreingang mit So-Schnittstelle von Merten busfähig gemacht. Die Verschiebung der Lastspitzen führt im Zentralinstitut mittlerweile zu einer Kostenersparnis von jährlich rund 100.000 Mark. Kommt es zu unvermeidlichen Spitzen, wird über die PC-Software ein Notstromdiesel aktiviert, der laut EVU bis zu 20 Stunden im Monat laufen darf, um die Leistungsspitzen abzudecken. Einen permanenten Überblick über den aktuellen Energieverbrauch bietet der Visualisierungs-PC.
Während die EIB-Anlage in den beiden Altbauten über die letzten Jahre peu à peu ausgebaut wurde und auch in Zukunft noch weiter vorangetrieben wird, konnte die Elektroinstallation auf EIB-Basis bereits im Planungsstadium für das neue Forschungs- und Verwaltungsgebäude einbezogen werden. Daß man sich dieser Technik bedienen würde, war aufgrund der überaus positiven Erfahrungen keine Frage und so wurde innerhalb des im Sommer '97 fertiggestellten Neubaus ein Automatisierungs-
grad von rund 97 Prozent erreicht. Sämtliche Betriebszustände sind komfortabel am PC in der Altbau-Pforte visualisiert. Der Neubau ist damit auf dem neuesten Stand der Technik, das System flexibel, überwachbar, jederzeit erweiterbar und kosten-
reduzierend.


(Grad der Automatisierung liegt bei 97 Prozent)


Die gesamte Beleuchtungsanlage läßt sich auf dem PC überwachen und steuern. Aktoren sind an der Kabelpritsche im Flur, Jalousieaktoren in den Brüstungskanälen der einzelnen Büros und Forschungsräume montiert. Getrennt nach Himmelsrichtungen fahren die Jalousien automatisch herunter oder bei Windalarm wie von Geisterhand hoch. Ausgestattet ist das Gebäude mit EIB gesteuerter Rauchwarn-, Bewässerungs-, Alarm-, Abluft- sowie Gasabschaltungsanlage, Lichtszenensteuerung im Konferenz-
raum, Einzelraumregelung, Sprech- und Kameraanlage sowie Visualisierung der Brandschutzklappen.
Die vom Treppenhaus erreichbare Dachluke läßt sich nicht nur über den an der Pforte untergebrachten PC, sondern auch über einen vor Ort angebrachten EIB-Taster öffnen oder schließen. Automatisch geschlossen wird sie bei Regen über den auf dem Therapiegebäude installierten Regenwächter, automatisch geöffnet bei Auslösung des Brandalarms. Der Regenwächter über-
nimmt gemeinsam mit einer Zeitschaltuhr und einem Feuchtefühler auch die Regelung der auf einer Terrasse errichteten Garten-
anlage.
Die Überwachung der Fenster im Keller übernimmt eine EIB-gesteuerte Alarmanlage. Akustische Glasbruchmelder an der Decke und Magnetkontakate an den Fenstern schützen die Kellerräume. Über Riegelkontakte im Schließblech der Raumtüren wird die Alarmanlage ein- oder ausgeschaltet. Ist ein Fenster geöffnet, ertönt ein akustisches Signal, das auf eine Fehlbe-
dienung der Anlage hinweist. Auch bei einem Einbruchsversuch ertönt dieses. Wo genau der Gefahrenherd ist, meldet der Visualisierungs-PC.

(Während der Montage bereits Vorteile erkennbar)

Zur Vereinfachung sowie Steuerung und Regelung der komplexen Elektroanlage wurde im Konferenzraum eine Lichtszenen-
Steuerung über EIB-Infrarot-Fernbedienung installiert. Acht unterschiedliche Lichtszenen können damit über einen einzigen Knopfdruck abgerufen werden. Wird zum Beispiel die Taste "Diavortrag" betätigt, werden automatisch die Oberlichter über Rollos verdunkelt sowie Vertikalstore und Außenjalousien zugefahren.
Darüber hinaus werden die Leuchtstofflampen auf einen eingestellten Wert gedimmt, die Niedervoltstrahler für die Leinwand-
beleuchtung ein- und die HQI-Strahler ausgeschaltet. Die vorhandene Leinwand fährt selbsttätig auf die festgelegte Endstellung. Bereits während der Montage zeigte sich, daß EIB gegenüber einer herkömmlichen Installation große Vorteile aufweist. So wurde zum Beispiel das für die Gaszufuhr innerhalb eines Labors zuständige Magnetventil aus Sicherheitsgründen in einem externen Gebäude installiert.
Ohne den EIB wäre dies nur mit erheblichem Aufwand zu realisieren gewesen, da man zur Leitungsverlegung die Asphaltdecke eines Parkplatzes und der dazwischen liegenden Straße hätte aufreißen müssen.
Zu den vielfältigen, visualisierten Anlagenteilen gehören neben Parkplatzentwässerung, Schmutzwasserpumpe, Heizungsanlage, Kühlschränken, Fahrstuhl, Brandschutztüren und Überspannungsschutz-Einrichtungen auch eine Sprech- und Kameraanlage, die vor der

Eingangstür des Forschungsgebäudes installiert ist. Der Visualisierungs-PC meldet die Betätigung des Klingeltasters durch ein akustisches Signal und die Einspielung des Kamerabildes. Über einen Software-Taster hat der Pförtner die Möglichkeit, die Kamera horizontal als auch vertikal zu schwenken und sich mit dem Besucher über Mikrofon und Lautsprecher, die sich in der PC-Tastatur befinden, zu unterhalten.
Ebenso komfortabel ist die Visualisierung der Brandschutzklappen. Via PC läßt sich deren, über Binäreingänge erfaßter offener oder geschlossener Zustand abfragen. Ist eine der rund 50 Klappen geschlossen, ertönt auf dem PC ein akustisches Signal. Darüber hinaus tritt die entsprechende Dialogseite automatisch in den Vordergrund und zeigt den genauen Montageort der betroffenen Brandschutzklappe.
Selbstverständlich kann die automatische Regelung der Gebäudeleittechnik über den Visualisierungs-PC auch manuell geregelt werden. Binäreingänge, Aktoren, EIB-Dämmerungsschalter, -Schaltuhren und Verknüpfungsbausteine wurden von Merten geliefert.

 


EIB-Binäreingänge für Brandschutzklappen

 

Fazit

Mit der Installation des Europäischen Installationsbus in Therapie- und Wirtschaftsgebäude sowie dem neuen Forschungs- und Verwaltungstrakt wurde eine EIB-Anlage geschaffen, die flexibel, komfortabel, überwachbar, jederzeit erweiterbar und kostensparend ist - Kriterien, die in dieser komplexen Form nur mittels der zukunftsweisenden Bus-Technologie erfüllt werden konnten. Für die außergewöhnliche Planung und Durchführung der Sanierung sowie Neuinstallation der Elektroinstallation im ZI erhielt das mit den Arbeiten beauftragte Mannheimer Unternehmen Dietz Elektro-Service den diesjährigen, international ausgeschriebenen Preis der European Installation Bus Association (EIBA).